Mit der Übergabe der Förderbescheide durch Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder, Ministerpräsident Markus Söder sowie Staatsminister Hubert Aiwanger ist der Startschuss für das Wasserstoff-Technologie-Anwenderzentrum (WTAZ) gefallen. Das Projekt wird von der THI gemeinsam mit HyTACC, HyTACC CRYO, der Ostbayerischen Technischen Hochschule Regensburg (OTH), der Hochschule Landshut, der Kommunalgesellschaft H2LA und dem Freistaat Bayern umgesetzt. Ziel ist der Aufbau einer international sichtbaren Infrastruktur zur Entwicklung und Erprobung wasserstoffbasierter Mobilitätstechnologien.
Die THI übernimmt im Verbund eine tragende Rolle: Sie errichtet einen Gesamtfahrzeugprüfstand für wasserstoffbasierte Nutzfahrzeuge. Mit Klimakammer, Simulatoren für Brennstoffzellen-, Batterie- und Antriebssysteme sowie moderner Sensorik bildet er künftig die komplette Entwicklungskette vom Labor bis zum realen Betrieb ab. Forschungsschwerpunkte sind Effizienz, Sicherheit, Betriebsfestigkeit sowie die Absicherung cyber-physischer Systeme und automatisierter Fahrfunktionen.
Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder betont: „Deutschland nimmt bei der Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie eine internationale Spitzenposition ein. Damit diese Schlüsseltechnologie ihren Weg aus der Forschung in die breite Anwendung findet, braucht es mutigen Unternehmergeist und leistungsfähige Innovationsräume. Genau das leistet das Innovations- und Technologiezentrum Wasserstoff in Pfeffenhausen in Bayern. Deshalb unterstützen wir den Aufbau des Zentrums mit einer Anschubfinanzierung von 54 Millionen Euro. Hier entsteht eine zentrale Innovationsplattform für Wasserstofftechnologien, die die Antriebswende im Verkehr entscheidend voranbringen und zugleich nachhaltige Wertschöpfung in Deutschland sichern wird.“
Ministerpräsident Dr. Markus Söder: „Das ist ein starkes Zeichen für die Mobilität der Zukunft. Das Projekt stärkt unsere Strategie zum Ausbau von Heimatenergien und zur Forschung an Zukunftstechnologien wie Wasserstoff. Bayern ist in Deutschland führend beim Ausbau der Erneuerbaren Energien. Wir geben ein klares Bekenntnis zum Klimaschutz und zur Transformation ab. Es ist ein starkes Signal für ganz Niederbayern, dass der Bund das unterstützt.“
Staatsminister Hubert Aiwanger ergänzt: „Mit der Umsetzung des WTAZ wird ein weiterer Meilenstein zur Implementierung von Wasserstoff in der Mobilität erreicht. Durch die Anschubfinanzierung des Bundes sowie den Zuwendungen des Freistaats können am Standort in Pfeffenhausen sowohl die Grundinfrastruktur als auch die entsprechenden Test-, Prüf- und Zertifizierungseinrichtungen für Komponenten im Bereich Tank, Betankung und Antrieb errichtet werden. Davon profitieren besonders kleine und mittelständische Unternehmen sowie Start-ups und die Zulieferindustrie bei der Transformation hin zur Mobilität mit grünem Wasserstoff. Zudem steht ein starker Forschungsverbund bestehend aus den drei Hochschulen Ingolstadt, Regensburg und Landshut bereit, um die nötige wissenschaftliche Expertise der Industrie vor Ort anzubieten. Durch die zusätzliche Erzeugung von grünem Wasserstoff im benachbarten Elektrolyseur entsteht vor Ort ein zukunftsträchtiger Wasserstoff-Hub, in dem die Standards deutscher und europäischer Wasserstofftechnik gesetzt werden.“
Die Förderung von insgesamt 54 Millionen Euro aus Bundesmitteln sowie aus dem europäischen Aufbauprogramm bildet die Grundlage für die Umsetzung. Rund 32 Millionen Euro davon fließen in die wissenschaftliche Infrastruktur der beteiligten Hochschulen.
Im Forschungsverbund verantwortet die THI den Aufbau der Gesamtfahrzeugperspektive. Die OTH errichtet einen Prüfstand für H2-Verbrennungsmotoren und Einblaseraten, die Hochschule Landshut baut einen thermischen Prüfstand für Wasserstoffspeicher und deren Komponenten auf. HyTACC CRYO plant einen Direktverflüssiger zur Herstellung von grünem Flüssigwasserstoff, während die Kommunalgesellschaft H2LA die Infrastruktur am Standort entwickelt und bereitstellt. Die gemeinsame Testhalle mit Außenflächen wird von allen Partnern genutzt, insbesondere auch von kleinen und mittelständischen Unternehmen sowie Start-ups.
„Wir freuen uns sehr über den Förderbescheid, der CARISSMA als bundesweites wissenschaftliches Leitzentrum für Fahrzeugsicherheit weiter stärkt. Mit der Ergänzung um Wasserstoff als Technologieträger für Nutzfahrzeuge erweitern wir unser Profil gezielt um ein zukunftsweisendes Themenfeld und setzen wichtige Impulse für sichere und nachhaltige Mobilität“, sagt Professor Hans-Joachim Hof, Vizepräsident für Lehre und Studierende der THI.
Am Standort Pfeffenhausen entsteht damit bis zur geplanten Inbetriebnahme ab Ende 2027 ein leistungsfähiger Forschungsknotenpunkt innerhalb des nationalen Innovations- und Technologiezentrums Wasserstoff. Der bereits vorhandene Elektrolyseur liefert grünen Wasserstoff und schafft die Grundlage für eine vollständig nachhaltige Test- und Versorgungsinfrastruktur.














