Noch etwas zaghaft betritt Frieder das Labor auf dem Nachhaltigkeitscampus Neuburg der THI. Die Hand seiner Mutter umklammert, blickt sich der Vierjährige aufmerksam um. Dass der Junge mit den langen dunkelblonden Haaren ein Roboterfan ist, erkennt man sofort: Auf seinem Pullover ist ein Roboter zu sehen, darunter steht „Dream Big“.
Für den kleinen Frieder erfüllt sich an diesem Tag ein Traum. Gemeinsam mit Professor Thilo Feucht erkundet er das Labor. Dort steht unter anderem ein Sechs-Achsen-Roboter der Marke Fanuc, dessen Arm sich präzise in unterschiedlichste Richtungen bewegen lässt.
Daneben arbeitet routiniert Tristan, der zehnjährige Sohn des Professors, mit Schweißmaske an den Geräten. Als Frieder beobachtet, wie selbstverständlich der ältere Junge mit den Maschinen umgeht, verändert sich etwas. Die anfängliche Zurückhaltung weicht vorsichtiger Neugier. Langsam löst er sich von seiner Mutter, nähert sich dem Roboter. Leise surrend setzt sich der Arm der Maschine in Bewegung. Frieder verfolgt jede Drehung konzentriert. Seine Augen strahlen.
Professor Feucht erklärt ihm dabei, wie Roboter mit Menschen zusammenarbeiten – und warum solche Systeme „Cobots“, also kollaborative Roboter, heißen. Frieder hört aufmerksam zu, verfolgt jede Bewegung genau und darf den Roboterarm schließlich selbst per Fernbedienung steuern.
Dass ihn das Thema so begeistert, kommt nicht von ungefähr: Beim ON-Campus-Festival 2025 hatte der damals noch dreijährige Neuburger das Labor zum ersten Mal besucht. Besonders die Vorführung des Schweißroboters und die Festigkeitsprüfung beeindruckten ihn damals nachhaltig.
Nun steht Frieder erneut zwischen Robotik, Schweißtechnik und Maschinen – diesmal deutlich selbstverständlicher als noch beim ersten Besuch. Immer wieder wandert sein Blick zu dem großen Roboterarm, dessen Bewegungen ihn sichtlich faszinieren. Zum Schluss darf er sogar dabei zusehen, wie der Roboterarm eine präzise Schweißnaht setzt.
Für Professor Feucht zeigt die Begegnung, wie wichtig frühe Berührungspunkte mit Wissenschaft und Technik sein können. „Nachwuchsförderung entsteht genau aus solchen Momenten“, sagt der Studiengangsleiter Nachhaltiges Bauingenieurwesen. „Wenn Kinder neugierig werden und eigene Fragen entwickeln, ist schon viel erreicht.“
Bei Frieder jedenfalls ist der Funke übergesprungen, noch bevor der Roboter zum ersten Schweißpunkt angesetzt hat.














